Fahrradboxen in Hilden werden günstiger

Auf Antrag der Bürgeraktion und mit Unterstützung der SPD Ratsfraktion sollten die Gebühren für die Fahrradboxen an den S-Bahn Haltestellen ersatzlos entfallen, um den Umstieg aufs Fahrrad attraktiver zu gestalten. Eine Ratsmehrheit u.a. aus CDU und Grünen beschloss aber lediglich eine Verringerung der Nutzungsgebühren.

Fahrradboxen am S-Bahnhof Hilden Süd. Bild: SPD Hilden

Seit 2017 wird für die Nutzung der abschließbaren Fahrradabstellboxen an den Fahrradabstellanlagen in Hilden eine Gebühr von 8 Euro im Monat bzw. 80 Euro im Jahr erhoben. Die Gebühr sollte neben dem ansatzweisen Ausgleich des durch die Verwaltung der Boxen entstehenden Aufwandes auch dafür sorgen, dass die Boxen auch tatsächlich genutzt werden und sich nicht nur, wie bis zum Zeitpunkt der Gebühr möglich, lediglich die Möglichkeit einer kostenlosen Nutzung gesichert wird.

Vor Einführung der Gebühr betrug die Auslastung am Hauptbahnhof ca. 60 Prozent und am S-Bahnhof Hilden-Süd 100 Prozent. Für den letztgenannten Bereich bestand sogar eine Warteliste. Aus diesem Grund wurde in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vom 15.02.2017 beschlossen, am Haltepunkt Hilden-Süd zusätzlich 44 Fahrradabstellboxen aufzustellen. Gefördert wurde diese Maßnahme durch den VRR.

Die SPD Ratsfraktion schlug damals vor, die Fahrradboxen nicht mit einem Schlüsselsystem, sondern mit digitalen Schließungssystemen zu versehen. Der Aufwand für die Verwaltung wäre somit entfallen, da man die Nutzung per App oder Onlinebuchung hätte vornehmen können. Ein Vorteil auch für externe Besucher. Zudem hätte ein digitales System tagesaktuelle Nutzungszahlen darstellen können. Die konservative Ratsmehrheit folgte diesem Vorschlag allerdings nicht.

Heute bleibt festzustellen, dass die Auslastung der Fahrradabstellboxen stark gesunken ist. Am Hauptbahnhof sind derzeit 27 von 67 Boxen belegt (Auslastung ca. 40 %) und am S-Bahnhof Hilden-Süd sind 53 von 113 Boxen belegt (Auslastung ca. 47 %). Um die Auslastung der Fahrradabstellboxen zu erhöhen, bzw. um die Nutzung der Fahrradabstellboxen attraktiver zu gestalten, wollten SPD und Bürgeraktion die Nutzungsgebühren abschaffen. „Es ist nicht vermittelbar, dass wir im Rahmen des Klimaschutzes kostenlose P&R Parkplätze für Autos anbieten, sichere Parkplätze für Fahrräder aber gebührenpflichtig sind, so Kevin Buchner, Sprecher der SPD Ratsfraktion für Stadtentwicklung. Er erinnert auch an die vorgeschlagene digitale Umstellung, wodurch man bürokratische Hürden hätte abschaffen können.

Die von der CDU geführten Verwaltungsdezernate halten an ihrem alten System allerdings fest. In der Sitzung des Rates konnte lediglich eine Verringerung der Jahresgebühr von 80 Euro auf 40 Euro und eine entsprechende Anpassung der Monatsgebühren durchgesetzt werden. Eine klimafreundliche Mobilitätsförderung sieht anders aus.